Portugal 2012
Spanien 2011/12
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Über diese Brücke fahren sie also alle und nun auch er. Der Alte war noch nie in Portugal, fällt ihm da so auf, als er die Brücke überquert. Da ist er aber gespannt. Allein von der Größe her, muss sich ja ein Chefplatz an den anderen reihen. Portugal ist doch eher kompakt.


Der erste Tag soll in Villa Real de Santa Antonio verbracht werden. Der Andre mit seinem Iveco steht schon dort. Ein Stellplatz am alten Hafen mit Entsorgungsmöglichkeit und Wasserhahn für 4 € die Nacht. Das kann man angehen, zumal direkt an der Stadt die Hoffnung auf eine adäquate Lösung für das Internet in Portugal greifbar scheint.

Nach langem Suchen hat der Alte dann auch einen Vodafonshop gefunden, aber die Schule ist schon so lange her und das Englisch schon so schlecht. Irgendwie ist da der Wurm drin. Rettung bringt der Andre. Nochmal latschen sie zusammen zum Shop und der Alte verlässt ihn mit einer Prepaidkarte für 15 Stunden Internet. Der Andre hat noch einen unbenutzten Stick, der auch in Portugal laufen müsste. Und der herzensgute junge Mann borgt den Alten diesen Stick. * Danke für die laufende Hilfe Andre, erst hing ich an deinem Strom, jetzt hab ich deinen Stick... *



Ein Hammer ist der Stellplatz gerade nicht. Okay, für Schluchtenjodler die sich über jede Art Wasser freuen mag das Stehen dort am Hafen mit Blick auf das Wasser und die gegenüberliegende spanische Stadt ein Vergnügen sein. Den Alten zieht es schnell weiter. Noch ein wenig Aufräumen, Entsorgen und Wasser zapfen, dann reist er mit seinem Egon den Westen entgegen. Apropos Aufräumen. Früher einmal, als der Alte noch mit dem Motorrad unterwegs war, hatte er immer so eine Bauchtasche bei. So eine, die sich der deutsche Durchschnittstourist unter seinen Bierbauch schnallt. Und eben diese Tasche befand sich nun im MB. Irgendwie bekam der Alte diese beim Aufräumen in die Hand. Da ist doch was drin, dachte er und fand seine Campingkarte aus Schweden und eine Menge Barguthaben. Ja... Geld. Und zwar 350 Dänische Kronen. Juhu, der Alte ist reich. Mal sehen wann er an einer Bank vorbei kommt um die Scheinchen einzutauschen. Warscheinlich wird ihm dann das faltige Gesicht einschlafen, wenn er die paar Euros sieht ;-)

Erst mal war ein Supermarkt wichtiger. Und so ergab es sich das der Aldi an einem Kreisverkehr auf den Alten wartete. Da wurde der Vorrat aufgestockt um so langsam in das Wochenende zu starten. Ein paar Stellplätze hatte sich der Alte aus einem Reiseführer herausgelesen. Die Atlantikküste ist bis Faro von Lagunen vorgelagert. Direkt am Meer ist nicht. Und wenn der Alte wieder den Fahrmodus drin hat, erst Recht nicht. Also kurz vor Olhao Kehrtwende. Und dann die Straße runter nach Fuzeta. Man kann bis an die Lagunen fahren. Es gibt einen Campingplatz und davor ein Parkplatz. Dieser ist bereits von eine Menge Wohnmobile bevölkert. Der Alte schnappt sich den Egon und sie drehen eine Runde um sich die Leute anzuschauen die bei Ebbe in den Lagunen nach Muscheln pückern.
Dann sucht er den Wachturm der im Reiseführer beschrieben wird und findet ihn doch noch. Allerdings ist das kein Platz zum Pennen. Also noch mal hoch zur N125 und ein Stück zurück. Dann in Pedras de el-Rei ist der Schlafplatz gefunden. Ein paar Meter neben dem Platz führt eine schwimmende Fußgängerbrücke über die Lagune und ab da fährt eine Bimmelbahn die Leute bis an den herrlichen Strand vor. Dort gibt es ein Restaurant. Zum Wandern ist die Gegend der Bringer. Erst durch die Lagunen- und Dünenlandschaft und dann am feinen Atlantikstrand entlang, der so fein ist das der Sand unter den Hornhautsohlen pfeift. Was ein Feeling oder Peeling ?




Aber das Latschen schlaucht. Man sieht den Alten sonst auch nicht so oft zu Fuß. Doch die Zeiten ändern sich und dem Egon freut es ungemein.
Wieder zurück auf dem Platz, der auch voller Mobilisten steht, gibt es ein Käffchen und einen Plausch mit einem englischen Nachbarn. Leider scheinen die Bewohner des urigen 608er noch nicht da zu sein. Was ein Gefährt. Auch mit britischer Nummer. Der Alkoven mit Laminat geflickt, das es nur so Blasen schlägt. Auch sonst gut im Rost. Aber die DInger laufen ebend immer.

Es ist Freitag. Der Alte will sich heute aufmachen ein Pärchen zu besuchen, die noch hier in der Nähe wohnen. Die Adresse hat er von seinem Exreisbegleiter Gregor.
Erst mal darf er einen Stau in Faro ausweichen. Plötzlich geht so gut wie nix mehr. Nur noch äußerst stockend geht es vorwärts. Also ein Auge auf die Karte, dort hinten am Kreisverkehr kann man rechts und auch da lang dürfte Poco Barreto zu erreichen sein. Aber bis zum Kreisverkehr ist es noch so weit und der MB schreit nach kühlenden Fahrtwind. Also rechts ab durch die Botanik. Der Weg wird schon auf die Straße da hinten stoßen. Und so wackelt und ächzt sich der MB zur Straße vor und man umfährt den Stau.

Am frühen Mittag landet man dann in dem genannten Dorf. Allerdings kommt der Alte nicht aus der Richtung, von der aus die Beschreibung gegeben wurde. So findet er das Anwesen nicht. Das eine hätte es sein können aber dort lebt keine Bianca, sagt die alte Dame. Oder das da ? Der Alte parkt vor einer weißen Lagerhalle in der an einem Ende welche wohnen und bereitet dort sein Mittagsmahl. Paprikawürfel, Speckwürfel und Tomate in Olivenöl angebraten. Zwei Eier drüber und mit bissel Salz und Pfeffer wird ein Omlett daraus, oder wie nennt man das ?


Nach einem Verdauungsspaziergang schaut er in die Karte und bemerkt das der Ort noch eine dritte Zufahrtstraße hat. Da findet er auch schnell zum Anwesen von Bianca und Mario. Letzterer spricht ein prima Deutsch, da er in Berlin groß geworden ist. Bianca ist nicht da, will aber unbedingt Heim reisen um den Alten am nächsten Tag zu treffen. Er will ihr das ausreden, weil so wichtig wäre er nun nicht, aber Frauen kann man nix so schnell ausreden.
Also sucht sich der Alte einen Platz zum Pennen bei Albufeira am Beach hinter den Dünen. Der Platz kommt ihm zwar nicht so Recht geheuer vor, aber egal. Ein wenig Wäsche waschen und Abendbrot machen.  Vorher natürlich noch einen Spaziergang über die Dünen zum Atlantik. Vorbei ist der Tag.


Am nächsten morgen wird erst mal die Wäsche in die Sonne und den Wind gehängt. Nachmittags ist der Alte ja mit dem Paar verabredet.

Die vier und der Sohn von Mario sitzen noch lange am Lagerfeuer und sabbeln. Genau das wollte der Alte. Sich mit Menschen aus dem Lande unterhalten. Das es nun so gut kommt, das er sogar in fließenden deutsch eine Unterhaltung führen kann, kommt doppelt gut. Bianca und Mario sind prima Menschen. Irgendwie stößt der Alte immer auf Leute die bei fast allem mit ihm einer Meinung sind. Man findet sich halt.. oder es fügt sich. Bei der Unterhaltung geht es viel über die derzeitige Situation in Portugal und in Europa, wie eigentlich in der ganzen Welt.

Als der Alte nächsten Tag wieder im Auto sitzt, grübelt er mal wieder. Wie fast immer wenn er morgends, noch nicht ganz wach in die Sonne fährt, durch die wunderschöne Natur oder eben durch die Ortschaften mit ihren überall presenten Verkaufschildern für Gebäude und Grundstücke. Was ist nur los auf dieser Welt ? Warum hetzt man Tag für Tag dem Geld hinterher, das sich dann doch die fetten Maden holen. Die paar da oben, die in ihren Glaspalästen. Sie saugen das Leben aus dem geknechteten Volk da unten und pissen auf ihr Haupt. Und das Volk soll sich über den warmen Regen noch freuen...
Der Alte kann die Leute in El Morreon und den anderen Austeigerzentren oder die Leute die sich 20 ha Land kaufen um dem "westlichen Wahnsinn" den Rücken zu kehren voll und ganz verstehen.

Aber jetzt vertreiben erst mal die Felsen an der Küste bei Lagos dem Alten die Gedanken. Welch ein Wahnsinn hat die Natur hier geschaffen. Einfach wunderschön.




Dann gehts weiter Richtung Westen. EIn Stop an einer Festungsruine wird abgehalten und dann geht es talwärts in eine Bucht Namens Praia da Boca do Rio. Ein Bächlein sucht sich hier den Weg in den Atlantik. Egon freut's denn mittlerweile hat er erkannt, dass das Meerwasser doch erheblich salziger ist als zu Hause an der Ostsee. Aber aus dem klaren Bächlein kann er saufen.


Der Alte macht wie immer eine kleine Wanderung mit dem Egon. Von oben schauen die Wohnmobile so winzig aus.


Am Abend stellt der Alte fest, das er in dieser feinen Bucht leider kein Netz hat. Nein, nicht ein Fischernetz. Vodafon hat hier unten nix zu melden und somit kann der Alte den Blog nicht aktualisieren. Aber umsetzen
will er nun auch nicht mehr. Morgens auf dem Berg, nach einer 20%tigen Steigung ist eine kleine Parkbucht. Da kann der Alte das Zeug hochladen. Und dann gehts weiter auf der Endeckungsreise am südwestlichen Zipfel von Europa.
Erst mal zur Festung Fortaleza. Die alte Seefahrerschule von Portugal. Hier wurden sie also ausgebildet, die die Welt "eroberten".


Bald darauf steht der Alte und sein Hund am Südwestkap Europas. Nun ja, jetzt geht es also wieder nordwärts der Heimat entgegen. Aber ein wenig Zeit ist ja noch vorhanden und Portugal hat noch tausende schöne Ecken.


Wie zum Beispiel die Praia da Cordama. Schon vom vorher angelaufenen Aussichtspunkt hoch oben über den Felsen hat der Alte den Platz erspäht.
Unten am Beach auf dem großen Parkplatz stehen schon einige Mobile von Surfern. Na da passt der MB doch mal dazu. Nicht nur Weißware am Start. Allerdings gibt es auf dem Platz auch kein Netz und so macht sich der Alte am späten Nachmittag auf einen höher gelegenen Schlafplatz zu suchen. Eine echte Offroadstrecke geht es auf einen Berg hinauf. Zum Teil im ersten Gang schraubt sich der MB ächzend den Geröllweg hinauf. Aber es passt. Oben ist Netz und super Aussicht als die Sonne in's Meer versinkt.





Morgens dann die Frage, ob man den Berg wieder runter rutschen will, oder einfach den Weg weiter fährt. Irgendwo muss der ja enden. Allerdings dürfen nicht mehr allzu viele Steigungen kommen, denn der Dieselvorrat ist auf Reseve gesunken und dann kann es bei einer ordentlichen Steigung schon mal passieren das sich der letze Diesel im hinteren Teil des Tanks verkrümelt und Luft in die Leitung kommt.


Die N268 ist nach ein paar Kilometern erreicht und so fährt der Alte erst mal durch bis zur nächsten Tanke. Alle Plätze kann man eh nicht anlaufen. Schade eigentlich. Doch dafür müsste man noch so manchen Winter hier verbringen.




Hinter dem Ort Odeceixe läuft der 608er dann in das (oder den ?) Alentejo ein. Genau hinter der Brücke des Grenzflusses treibt der Alte das WoMo links herum immer an dem Fluss entlang in Richtung Küste. Ein herrliches Plätzchen wartet dort auf die Oldies. Ach nee, der Egon ist ja noch ein Jungblut, gerade mal ein Teenager. Das merkt man auch wieder, als er am Strand frei dreht. Um zu den Strand zu gelangen muss man aber erst den kalten Fluss durchwaten. Bei Ebbe kein Problem.


Der Rest des Tages wird mit Mittag essen, chillen und wandern verbracht. Zuerst checkt der Alte aber ob denn Netz anliegt, jo.. Netz haben wir, also Bleiben.
Am späten Nachmittag schnappt sich der Alte den Egon und eine leere 6 Literflasche und latscht zur nahen Quelle. Eigentlich gibt es keinen ersichtlichen Grund zum Wasser schleppen, denn im 120Litertank befindet sich noch genug Brauchwasser. Aber der Alte muss vielleicht die Erfahrung machen wie das ist, wenn man sein Wasser von der Quelle holen muss. Eigentlich gar nicht so schlimm. Frisches Wasser aus der Erde schoß und auf dem Weg dahin und zurück an frischer Luft. Wenn man jetzt unterwegs noch ein paar von den momentan reifen Orangen ernten könnte, dann wäre für die Ernährung schon die Hälfte organisiert. Aber Orangen gibt es hier nun keine. Dafür sammeln die Leute mal wieder Muscheln. Eigentlich kann man hier von dem "leben" was die Natur bietet. Muscheln sammeln, Fische angeln, Obst pflücken und Wasser aus der Quelle. Dann wirst'e hundert Jahre alt.....


Die nächsten Tage widmet der Alte dem Innenland.Eine Nacht steht er an einem schönen Stausee dem Barragem de Monte Rocha. In der Nacht fallen ein paar Tropfen Regen, aber nicht genug für die Natur. Es sit verdammt trocken. Das merkt der Alte auch in den nächsten Tagen, in dem er den MB recht oft offroad bewegt. Aber eigentlich ist das ja doch onroad, denn diese sandigen, verwaschen Wege, zum Teil mit Furten, sind ganz normale Straßen in Ortschaften und zu Grundstücken. Bestimmt die Hälfte davon stehen leer. So ist dann auch der Zustand der Wege.



Dann kommt der 2.Februar. Ein wenig komisch ist dem Alten schon, nicht weil sich seine Jahreszahl wieder um einen Zähler erhöht hat, da gewöhnt man sich mit der Zeit dran. Nee, aber so ganz allein ist doch irgendwie blöd. Aber irgendwen wird er schon treffen. Erst mal fährt er zum springenden Wolf. Weit geht es in das Innenland hinein, bis fast an die spanische Grenze.
Dann ist er da, der Durchbruch des Rio Guadiana durch ein paar fast senkrecht stehende Felsen. Phantastische Landschaft, jetzt fehlt nur noch der Wolf der über die Felsen gesprungen kommt. Aber das macht der Egon und der Alte, okay... der krabbelt eher das er springt.
Vorher muss man durch ein Gatter, also wer das Schild in's Deutsche übersetzt hat, sollte den Lohn zurück geben !






Und wenn man schon mal auf der Ecke ist, schauen sich die Beiden noch die Altstadt von Mertola an, mit ihren engen, steilen Gassen.





Die Sonne neigt sich dem Horizont zu und noch kein Nachtlager. Dann endlich an einer Brücke des Barragem de Santa Clara sieht der Alte einen kleinen Beach und da stehen zwei ältere Autos. En MB und ein Renault. Er hält an und Egon hat von ein paar Hunden Gesellschaft. Drei Franzosen sind mit den Autos unterwegs. Eine junge Französin kommt auf den Alten zu.. "do you need a Porter ? do you need a Joint ?"  Beides lehnt der Alte ab uind sagt zu ihr das es in einer halben Stunde Fleisch vom Grill gibt. Ablehnen unmöglich er hat Geburtstag und gibt eine Runde aus. Es wird verdammt kalt am Abend und die Franzosen hauen ihren Vorrat an Tannenzapfen auf die Grillkohle damit man ein kleines Feuerchen hat. Das Holz haben hier wohl schon frühere Durchreisende abgesammelt.

Das Wochenede treibt sich der Alte noch im Alentejo umher und begibt sich mit Auto und auch viel zu Fuß in das Gelände.




Dann treibt es ihn wieder an die Küste und so landet er an der Lagoa de Santo Andre.
Auch ein schönes Fleckchen Erde. Auf einer Seite die Lagune auf der anderen Seite der Atlantik. Dazwiwschen eine Düne. Die letzten Tage hat der Wind zugenommen und so ist es recht frisch, als der Alte zusammen mit Doris und Ingolf einen Kaffe in einem Restaurant auf der Terasse einehmen. Die Doris hatte mit den Alten Kontakt aufgenommen und ihm von dem schönen Plätzchen "erzählt". Klar ist sie stolz auf diese Ecke ihrer Wahlheimat Portugal. Schnell vergeht die Zeit und schon bald verabschieden sich die drei, und der Egon natürlich. Ein herrlicher Sonnenuntergang lässt die Landschaft noch einmal im schönsten Licht erstrahlen.


Nun soll wieder ein wenig Steilküste die Sache abrunden. Daher nagelt der MB am nächsten Tag in Richtung Cabo Espichel. Die Küste sieht aus wie mit einer großen Axt abgehackt. Viele, viele Meter geht es tief herunter. Nur der Egon kennt mal wieder keine Höhenangst. Angst hat der Alte, das sein kleiner, treuer Kumpel da runter plumpst und nimmt ihn an die Leine.





Am nächsten morgen wird das Auto zu einem der wenigen MUSS auf dieser Reise gelenkt. Zum Westkap.
Aber erst einmal wartet noch die Stadt Lissabon. Über eine mautpflichtige Brücke geht es über den Rio Tejo. Rechts steht ein riesiger Typ aus Beton und versucht die Leute davon abzuhalten in Richtung Süden zu fahren. Jedenfalls hat er die Arme ausgebreitet wie ein Verkehrspolizist der die Kreuzung sperrt ;-)

Die Durchfahrt durch Lissabon klappt prima und schon bald kämpft sich der MB von Ampel zu Kreisverkehr zu Ampel immer der N6 folgend durch eine völlig zugebaute Küste. Hier dominieren fette Kisten die Straße. Kein einziges Pferde- oder gar Eselfuhrwerk ist zu sehen. Fast bis zum Cabo Rasa reicht die Bebauung.



Dann führt die Küstenstraße an einer Dünenlandschaft vorbei, ein Paradies für Surfer. Danach geht es in vielen Kurven und recht steil und eng wieder bergan. Dann ein Linksschwenk, durch eine Ortschaft und man sieht ihn schon von Weitem. Den Leuchtturm am westlichsten Ende der europäischen Landmasse. Das Westkap ist erreicht und stellt sich so dar, wie man es immer vermutet. Der Wind will einen aus den Latschen schubsen. Wer will kann sich per Urkunde den Beweis erbringen lasen, das er hier war. Dem Alten ist's egal. Wer ihm nicht glaubt, der solls lassen :D
Aber ein Foto wird trotzdem gemacht. Besser ein paar mehr um zu schauen welches nicht verwackelt ist. Und auch Egon darf sich an der Tafel brüsten. An wie viele Kap's er jetzt schon gepinkelt hat ?




Doch als Nachtlager taugt der Platz wegen des starken Windes nicht. Schon die letzten beiden Nächte waren sehr unruhig. Außerdem besagt ein Schild das der Platz nur für die Besucher des Restaurantes gedacht ist und weiter oben am Leuchturm da weht es ja noch stärker.
Also noch mal ein Druck auf den Starterknopf und weiter geht es. Mit verfransen in der Stadt Sintra, bzw auf deren Umgehungsstraßen. Dann die N247 entlang. Überall Ferienhäuser und die typischen Restaurants und Buden, die jetzt aber geschlossen haben. Trotzdem eine schöne Ecke, immer wieder geht es bergauf und bergab. Dann noch mal ganz steil bergab zur Praia de Sao Lourenco. Hier wird genächtigt. Halb vier ist noch Zeit für einen Kaffee und ein paar Kekse mit Sahnehäubchen.



Dann folgt ein größerer Spaziergang in die Bucht. Ach nee, Männer wandern ja, Frauen gehen spazieren. Also wandert der Alte und sein junger Kumpel die Bucht entlang. In der Bucht kommt ein Flüsschen an, kann aber nicht abfließen weil eine Sanddüne den Weg versperrt. Warscheinlich hat der Fluss nur bei Flut verbindung zum Meer.



Der kleine Schwarze sprintet plötzlich eine Steile Treppe die Klippen hinauf und der Alte schnauft hinterher. Ein Rudel Straßenhunde waren so anziehend. Aber von hier oben hat man noch mal einen herrlichen Blick auf die Bucht.


Am nächsten Tag soll die felsige Steilküste noch mal all ihre Trümpfe ausspielen. Und das tut sie auch. Rund um Peniche hat die Natur noch mal alles gegeben und im Zusammenspiel von Wind und Regen und dem Atlantik hat sie eine grandiose Kulisse gezaubert. Da schmeckt das Mittagsmahl gleich doppelt gut, auch wenn der Wind recht frisch vom Meer her weht. Gesalzen wird alles von der hochstiebenden Gischt.
Und genau deshalb wird sich zur Nacht ein Platz auf der andern Seite des Kap's gesucht. Ein Logenplatz am Meer.








Und wieder singt der MB sein nagelndes Lied während es an der Küste hoch geht. Eine Nacht parkt er am Grundstück von ein paar "Auswanderen" dessen Adresse der Alte von einem Freund hatte. Leider hat es mit dem Kennenlernen in Deutschland nicht geklappt, denn da war der MB zum Schweißen und es war mehr Rost vorhanden als gedacht. Also lernt man sich in Portugal kennen.
Dann ist dem Alten nach ein wenig Kultur, bzw. nach Historie. Und davon soll es ja in Portugal jede Menge geben. Also schaut man sich eine Burg an und trampelt auch schon mal das huckelige Pflaster einer alten Römerstraße ab.
Ab und an muss der MB auch wieder seinen Lack an diversen Sträuchern lassen. Die Brombeeren strecken gierig ihre Dornen aus und beim befreien des Spiegels sticht sich der Alte böse in den Finger. Was muss er auch da lang.....





Die Tage sind so kurz und es gibt noch so viel zu sehen. Mal stehen sie an einem Stausee mal an einem Fluss. Dem Alten quillt förmlich der Kopf über von den vielen Eindrücken.
Und immer wieder würzt er den täglichen Fahrweg mit einer Offroadeinlage. Was der MB alles weg steckt ist aber auch cool. Hauptsache er nimmt das dem Alten nicht irgendwann krumm. Doch manchmal helfen auch die Zwillingsreifen und das gute Profil nix. Wenn der Alte mal wieder einen Weg fährt ohne ihn vorher abzulaufen. Und der Alte hat immer ein Hang zum Risiko und läuft fast nie den Weg vorher ab. Dann kann das schon mal vorkommen das der MB auf nassem Untergrund am Flusslauf feststeckt. Und da der Alte Schuld hat muss er eben ran. Aber dafür haben sie einen grandiosen Schlafplatz ergattert.




Zwischendurch gibt es immer mal wieder Kultur in Form einer Dorfbesichtigung. Und überall die nett grüßenden Leute, auch wenn sie noch immer verwundert schauen, wenn der Alte so leicht bekleidet daherkommt...



Auf ihren Wanderungen entdecken die Beiden auch schon mal Sachen die in keinem Reiseführer genannt werden, wie zum Beispiel eine coole Bleibe, eines der typischen Flussbäder oder komische Bäume ohne Blätter und voller heller Beeren.
Bei manchen Ortsdurchfahrten schrapen die Spiegel des MB fast an den Häusen.





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Und die Spiegel haben eh schon so gelitten auf dieser Reise. Immer wieder werden sie von Brombeeren oder anderen Sträuchern gepeitscht. Vor allen Dingen wenn der Alte mal wieder rückwärts irgendwo herauskommen muss, weil der Weg ausgegangen ist, klappt schon mal der Spiegel weg, wenn er wieder einen Ast erwischt. Die Gummis darf der Alte täglich an den Spiegelrändern richten. Und nun musste der Alten des Nachmittags auf dem Berg auch noch Steine schleppen. Denn Rückwärts die ganze Strecke wieder runter, nö... das ist selbst dem Alten zu gefährlich. Es gibt also nur einen Weg. Rauf da ! "Dann baut man eben eine Straße". Egon macht die Abnahme und sagt "okay Alter, quer anfahren müsste klappen" ;-)


Und es hat geklappt, auch wenn der MB ein bissel auf dem letzten Ende radiert. (im Bild rechts). Aber sie haben mal wieder einen Traumplatz erwischt. Welche unsichtbare Macht hat den Alten eigentlich gezwungen kurz vor dem Stausee noch den Weg da rein und dann rauf zu fahren ?


Vielleicht sind das ja die Götter, die da sagen...  Du warst so mitfühlend, hast gestern extra für Deinen kotzenden, zitternden Hund die Heizung angemacht, hast heute einen alkoholisierten, armen Wurm mitgenommen (auch wenn er zum Schluss nervte), jetzt quälst Du Dich (und den MB) noch mal und als Belohnung inzenieren wir extra für Dich und dem Egon sowas hier.....


Manchmal sind es nur wenige Worte die den Alten um den Schlaf bringen. Dabei waren diese Grübelnächte auf dieser Reise so langsam abhanden gekommen. Und das war gut so.
Doch in den letzten Monaten war der Alte müde geworden. Also sollte diese Reise nicht nur der Erkundung neuer Landstriche dienen sondern auch dazu, den Weg zu sich selbst zu finden. Die Batterien aufzuladen, wieder der alte Alte zu werden.
Eigentlich geht es uns doch gut im deutschen Lande, wenn man sieht wie eine achtzigjährige, gestützt an der Krücke in der einen Hand ihren 5 Liter-Zampel Quellwasser nach Hause trägt. Und das ist bestimmt eines dieser Gebäude wo man nicht weiß ob Ziegenstall oder menschliche Behausung. Aber dann schaut man in das Antlitz der Alten und sieht ihre Zufriedenheit. Ja, warum eigentlich nicht ? Warum 10 oder 12 Stunden am Tag für Andere arbeiten ? Warum nicht 4 oder 6 Stunden am Tag nur für sich selbst arbeiten. Seine eigenen Kartoffeln ziehen, sein Quellwasser holen und dabei ein Schnack mit den anderen Dorfbewohnern. Sein Holz hacken damit man am Abend den Ofen warm hat. Und nicht der Gasgesellschaft zig Euro in den Rachen werfen damit man Gas bekommt und die nebenbei einen Milliardengewinn einstreichen. Welche Art zu Leben ist die richtige ? Wer schreibt das vor ? Kann es sein das sich die Gesellschaft in den letzten 30-40 Jahren zu schnell in Richtung Materialismus bewegt hat ? Und dann zum Schluss steht ein ganzes Land zum Ausverkauf ? Der Alte ist heute durch einen Landstrich gefahren in dem es mehr Vende-Se Schilder an der Straße gibt als Überholverbots-Schilder. Und davon gibt es schon einige. Ganze Bergdörfer stehen zum Verkauf. Und damit sind nicht die gemeint, die an den Hauptstraßen liegen und die voller Ferienhäuser stehen. Doch auch da häufen sich die Verkaufsschilder. Da fährt man durch eines dieser Bergdörfer und an 50% oder mehr der Häuser hängen diese Schilder. Restaurants, Bar's, Geschäfte, Hotels, Pensionen, Autowerkstätten, Wohnhäuser... alles, alles ist zu verkaufen. Und dann, in einer engen Kurve, das kleinste Geschäft. Ein Blumenladen mit seinen bunten Blumen vor der Tür. Am liebsten möchte man der Frau alle Blumen abkaufen damit sie weiterhin diesen bunten Flecken in dem trostlosen Dorf erhält.
Das bringt einem zum Nachdenken. Aber die Portugiesen gehen damit sehr gelassen um. Von jedem, aber auch wirklich jedem mit dem sich der Alte unterhalten hat, kamen diese zwei Worte. Egal ob der Aussteiger, der Geschäftsmann, der Bauer, der deutsche Rentner oder der alkoholisierte, arbeitslose Tramper. NO STRESS ! Das ist die Grundeinstellung ;-)
Also macht sich der Alte (erst mal) keinen Stress und lässt sein Blick über die majestätische Landschaft streichen. Ab und an eine Stipvisite in einer Stadt oder einem Dorf, ein wenig Auslauf für den Hund und die Knochen des Alten.




Dann sitzt er wieder im Auto und steuert sein nächstes Ziel an. Mitten durch die Sierra da Estrela. Lauthals grölt er diesen Song aus der Neuen-Deutsche-Welle-Zeit mit, der gerade so wunderbar passt ".....besuchen sie Europa... solange es noch steht "


Nach der Sierra kommt die Sierra.....


Und dann wieder einer DIESER Plätze... nicht der Stellplatz an sich, der ist karg und im Sturm über Nacht auch noch ungemütlich. Aber der Platz da unten am Wasserfall, der hat was Magisches. Manchmal fühlt man wirklich irgend etwas an bestimmten Plätzen dieser Welt. Dies ist so ein Platz an dem der Alte so gelassen und ruhig fühlt. Und der Weg dort hin und zurück ist von grandiosen Aussichten gespickt, dazu noch eine Herde Bergbewohner, dann hat der Tag sein Soll übererfüllt.






Am nächsten morgen lernt der Alte diese selbstverständliche Hilfsbereitschaft kennen, von den Leute, die in den abgelegenen Regionen wohnen. Das war ihm schon im hohen Norden Europas aufgefallen, damals in Schweden oder Finnland. Steht man irgendwo am Dorfesrand ist sofort jemand da und fragt ob alles in Ordnung ist. Dabei wollte der Alte die Arbeiter im Pick-Up nur vorbei lassen, weil der MB sich mühte die Berge rauf zu kommen und die Jungs doch arbeiten müssen. Ach ja, wie war das noch... No Stress...


Immer weiter nördlich führt die Beiden ihr Weg auf der N2. Heilwasser, auch so eine Sache wo es geteilte Meinungen gibt. Aber ein Placeboeffekt ist ja mittlerweile wissenschaftlich erwiesen. Da kommt dem Alten die dumme Idee Heilwasser bunkern zu wollen. Einfach so aus Geigel... Aber die Quelle ist verschlossen.


Also besucht man noch die eine oder andere Atraktion und dann fügt es sich wieder. Zum Mittag wird ein Chefplatz angesteuert. Einfach grandios was Wasser und Zeit so "anrichten". Und so eine Ruhe ausstrahlender Platz auch wenn das Getöse des Wassers allgegenwärtig ist. Aber vielleicht macht ja gerade das die "Ruhe" aus. So hört man sein Tinitus nicht mehr ;-) dort am Rio Rabacal.






Nun wird es aber Zeit für einen kulturellen Abschluss. So steuern die Beiden nächsten Morgen die Stadt Braganca an. Von dort aus wurde einst Brasilien regiert, als die Portugiesen sich noch mit Spanien "die Welt" teilten.



Leider teilen sie sich jetzt eine der höchsten Verschuldungen der EU mit Ländern wie Griechenland oder Irland. Der Alte ist ein oller Realist und sieht nicht nur das schöne Castell und die restaurierten Gebäude der Altstadt. Er sieht auch die verfallenen Hütten wo noch Leute drin "wohnen" und die vielen, vielen Schilder... ihr wisst schon, diese Verkaufsschilder.



Wie hat ein Portugiese zum Alten gesagt. Sie sind ein sehr gelassenes Volk und es fehlt ihnen wohl die Energie für den großen Aufstand, aber Stolz haben sie.
Möge dieses stolze Volk diese Krise durchstehen. Vielleicht hilft dieser Blog ja ein wenig dazu beizutragen das noch mehr Leute den Weg in dieses Land finden. Auch wenn der Alte ein Freisteher ist. Das hat aber nichts damit zu tun, das er zu knauserig ist die paar Euro für die Übernachtung auszugeben. Doch guckt Euch das Auto und den alten Herrn doch mal an, der passt nicht zwischen die ordentlich ausgerichtete Weißware auf den Campingplätzen. Nicht das er was gegen die Leute hat, jeder soll so leben und reisen wie er es gern möchte. Aber der Alte möchte nicht das Furzen des Nachbarn hören, oder den deutschen Fernsehfunk wenn sie ihre Schüsseln ausgerichtet haben. Er hört lieber in stockdunkler Nacht irgendwelche Geräusche und fürchtet sich, noch mehr fürchtet sich allerdings sein Begleiter und kriecht unter das Deckbett ;-) Nein, nein... der ist auf dieser Reise zum Mann gereift und bellt häufig hinaus in die Dunkelheit.


Sei es wie es sei, auch wenn man nicht auf Bezahlplätzen steht so muss man doch essen und trinken. Heute hat sich der Alte in einem kleinen "Tante-Emma-Laden" am Nachmittag noch schnell Brötchen und "Schweineohren" geholt. Die alte Dame war sichtlich erfreut über Kundschaft am Samstag Nachmittag. Aber das kennt der Alte ja selbst ;-)
Doch vor allen Dingen muss man tanken. Und das ist schon ein erheblicher Eurobatzen, den man im Land lässt. Aber da wären wir ja wieder beim Thema. Was haben die Menschen davon ? Macht man damit nicht nur die Ölgesellschaften reicher ? NEIN. Der Tankwart hat sein Job und das ist gut so.



Nächsten Tag setzt der Alte und sein kleiner Kumpel seinen Weg fort. Noch einmal soll ein Chefplatz die Reise durch Portugal beenden. Und der Platz wartet auf die Beiden an der kleinen Kirche Sanaturio N.S. Rosario unweit des Ortes Cacarelhos. Ein letztes mal wird die Gegend bewandert und die Ruhe genossen. Wirklich wunderschön ist es dort. Auch hier hat es gebrannt und ein Teil der Bäume und Sträucher sind abgestorben. Die meisten der Korkeichen allerdings haben das Feuer überlebt. Unten herum sind sie verkohlt aber in den Kronen sprießt neues Grün.






Dann geht es nächsten Tag mit viel Wehmut in Miranda do Duoro über den Staudamm wieder in Richtung Spanien. Erst mal durch die Sierra und dann erscheinen am Horizont wieder die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen. In einer Senke mitten in den Bergen wird ein Stausee angelaufen um zu nächtigen. Hier ist nicht nur Rauhreif sondern über Nacht Bodenfrost. Der Alte muss am Morgen den Eiskratzer heraus kramen.




Und dann folgt ein echter Fahrtag. Mit einer zweistündigen Abendbrotpause hinter einem Restaurant bei Savigne in Frankreich. Nach 19 Stunden und über 1000 km muss der Alte raus. Er hat einfach keinen Fahrriemen mehr und haut sich bei Juzanvigny mit seinem kleinen Kumpel in der 5 Grad kalten Wohnkabine für zwei, drei Stunden auf's Ohr. Jetzt noch heizen macht keinen Sinn. Und gegen 11 sind die beiden wieder in der Spur.
Weiter geht es durch Frankreich und Luxemburg bis zum Bitburger Stausee. Egon und die Knochen des Alten brauchen mal wieder Auslauf. Es ist recht mild, obwohl der Stausee von einer Eisschicht überzogen ist. Vielleicht kündigt sich ja der Frühling an.

Nun sind sie also in Süddeutschland. Der Weg wird nach Norden führen. Und auf dem Wege will der Alte noch Leute besuchen. Erst mal seinen alten Freund Martin. Einer der Beiden, mit denen er damals am Nordkap stand. Martin ist über den Besuch erfreut. Seit nunmehr 22 Jahren wohnt er in Düren. Aber nun, da er krank ist, merkt der Martin das er doch recht einsam hier ist. Also Leute, glaubt mal nicht das sich einer der Chefs blicken lässt, wo ihr das halbe Leben wie ein Irrer geackert habt, wenn es Euch nicht mehr gut geht. Wenn Ihr nicht mehr alles geben könnt für die Firma. Dann sitzt Ihr nämlich ganz einsam und allein in Eurer Bude und das war dann das LEBEN. Aber noch dieses Jahr zieht der alte Freund wieder hoch in seine alte Heimat, zu seiner Familie. Ich wünsche Dir alles Gute Martin für Deinen weiteren Weg.
Dann zieht es den Alten weiter. Der Gilbert, den er aus der Bussiszene kennt, den möchte der Alte unbedingt mal persönlich kennen lernen. Und natürlich auch dem Gilbert seine Freundin Julia. Die Frau die sich nicht zu Schade ist an einem Oldtimer zu schrauben, zu Schleifen und was weiß ich. Die auch mal tagelang neben dem Gilbert im 508er hockt, wenn dieser verrückte Hund die Pisten in Marokko bereist, die eigentlich nur mit Allradfahrzeugen zu bezwingen sein sollen. Der Gilbert hat halt auch einen positiv an der Klatsche ;-) Klasse Typen.. passt !

Noch bevor der Alte bei Gilbert einläuft steht ein Jubiläum für den guten Oldie, den MB 608 an. Genau in Höhe der Raststätte Vierwinden drehen sich alle Zahlen auf der Kilometeranzeige und schreiben die Zahl Zweihunderttausend. Der MB nimmt das hin, wie der Alte einen seiner Geburtstage. Na und...? Man ist so alt wie man sich fühlt. Und mit 200000km ist der MB noch ein Jungspund. Auch wenn das Baujahr etwas anderes sagt. Passt irgendwie auch auf den Alten ;-) Das jedenfalls behauptet man in E-Mail die der Alte zu seinem Geburtstag auf der Reise erhalten hat. Aber das sagt er von sich selbst auch. Und genau wie der Alte wurde der MB mit jedem Tag im Gelände besser. Bis die Knochen knarzen.


Dann hat das graue, deutsche Wetter die Reisenden in Griff. Fast 400 km geht es bei Regen und grau in grau in Richtung Hamburg. Die junge Dirn ist erfreut den Alten wieder zu sehen. Sie lebt ja in Hamburg mit ihrem Freund Daniel. So hockt man den Abend noch zusammen und schaut Bilder und klönt über die Reise.


Und dann geht es im Sauseschritt über die Landesgrenze nach Meckelnburg / Vorpommern. Die Stimmung wird durch keinen Regen herunter gedrückt. Irgendwie freut man sich ja auch immer, wenn es nach Hause geht. Aber noch eine Nacht will der Alte mit seinem kleinen, schwarzen Freund in "freier Wildbahn" übernachten und so schlägt er eine Richtung zur Ostsee ein. In der kleinen Stadt Rerik hat der Alte 13 Monate seiner Jugend verbringen müssen. Dort soll dann also das letzte Nachtlager dieser Reise errichtet werden. Ein geeigneter Platz ist schnell gefunden. Auf der Steilküste hinter einem kleinen, blattlosen Wäldchen ist man recht gut vor dem starken und kalten Nordwestwind geschützt. Trotzdem entschließt sich der Alte am Nachmittag die Heizung anzumachen. Übriegends ist das immer noch die erste 11Literpulle Gas. Der MB trägt zwei Stück davon achtern über der Stoßstange. Schon seit langem ist der Alte darauf gefasst das die erste Flasche leer sein wird, aber bis jetzt keine Anzeichen davon. Wie unterschiedlich doch 15 Grad sein können. Wenn an den Apotheken in Spanien oder Portugal 15 Grad ausgeschrieben waren, dann lief der Alte in T-Shirt und ohne Socken in den Schlabberlatschen umher und es war ihm anständig warm. Jetzt sind 15 Grad in der Bude und die Finger sind klamm und die Füße "eisige Klumpen". Auch der Egon ist viel enger eingerollt als sonst. Also Heizung an und Kaffeewasser aufsetzen....


Wenn jemand von sich selbst in der dritten Person redet, ist das ein Warnsignal für die Psychoanalytiker.
Daher meldet sich der Alte jetzt selbst zu Wort ;-)

Meine Gedanken zur Reise...

Auch wenn jetzt viele sagen, der spinnt. Aber es ist wirklich so, das die acht Wochen viel zu kurz waren. Das hätte ich vorher nicht gedacht.

Vielleicht hole ich ein wenig weiter aus.
Ich bin seit neun Jahren Selbstständig und wie sich das als ordentlicher, deutscher Selbstständiger gehört, habe ich mich dem Workaholismus hingegeben. Dem Alkohol hatte ich ja längst abgeschworen. Also trat das Ackern an erster Stelle. In Zeiten der großen Krise im Zweiradsektor ist das auch die einzige Alternative um über die Runden zu kommen. Aber irgendwann merkt man das die Batterie leer ist. Man will es aber nicht wahr haben und macht immer so weiter. Okay, über 300 Tage im Jahr wurde nicht mehr geackert, sondern auch ein Urlaub mit der Familie dazwischen geschoben. Trotzdem ist man in den 14 Tagen nicht entspannt. Mit der halben Gehirnhälfte ist man immer in der Firma. Und so kam das, was kommen musste. Im März letzten Jahres dachte ich eines Nachts der Typ mit dem langen Umhang klopft an die Tür. Mir ging es echt nicht gut und wer diese "Todesangst" kennt, weiß was ich meine. So musste ich nach Jahren doch mal meinen Ars.... zu einem Arzt begeben. Meine Freundin hatte lange, lange schon gesabbelt ich sollte mal zum Doc. Aber man hat ja keine Zeit. Was ein Quatsch, wenn Du in der Kiste gammelst, hast zwar Zeit aber kannst damit nix mehr anfangen.
Na ja, jedenfalls ist organisch nichts zu finden gewesen. Stressbedingter Bluthochdruck hat den Herzkasper ausgelöst. Ich wusste schon immer das ich in der Birne ein wenig anders ticke als der Normalo, aber das es so ausarten muss. Und da kam der Entschluss. Warum im Winter ein Geschäft betreiben, wo in der Zeit die Betriebskosten über den Einnahmen liegen. Ist ja auch höchst unökonomisch. Daher mein Plan. Im nächsten Winter machst Du mal 2 Monate Pause ! Das man im Winter nicht unbedingt nach Finnland oder Nordschweden mit dem WoMo fährt, liegt irgendwie Nahe und außerdem war ich an Portugal interessiert. Keine Ahnung warum, irgendwie hat mich dieses Land gereizt. Und auf dem Weg zu diesem Land den einen oder anderen geilen Stellplatz in Spanien mitzunehmen. lag ja auf der Hand.
So weit - so gut.  

Die ganze Familie konnte nicht 8 Wochen weg. Der Sohn (11) wollte nichts in der Schule verpassen, was für ihn spricht. Der Hund wurde nicht gefragt und ich glaube die Reise hat ihm auch sehr viel gegeben. Genau wie mir.

Wenn sich einer die Zähne machen lässt um wieder richtig seine Nahrung zerkleinern zu können und dafür 2000€ Zuzahlung in Kauf nehmen muss, ist das völlig in Ordnung. Kein Mensch würde sich darüber aufregen. Wenn jemand 2000€ in den Tank haut und acht Wochen auf Tour geht um den Kopf frei zu bekommen. Um nicht vollständig bekloppt zu werden in seinem Alltag und in der Klapper zu landen, dann wird hinter seinem Rücken geredet er sei ein Egoist. Warum ? Ist der Typ der sich die Kauleiste reparieren lässt nicht auch ein Egoist. Kann er für die Kohle nichts für seine Angehörigen kaufen und Brei löffeln ? Macht doch auch satt.
Ich glaube auch nicht das es egoistisch ist, wenn man etwas für sich selbst tut um damit der "Allgemeinheit" einen Dienst zu erweisen indem man wieder zu sich selbst findet. Ich finde sogar wenn die Krankenkassen so etwas in der Art wie solch eine Tour unterstützen würden anstatt den Menschen Drogen zu bezahlen, wäre den Leuten mehr geholfen. Aber dann würde die Pharmaindustrie ja keine Milliardengewinne mehr einstreichen können und die Menschen wären psychisch besser drauf ;-)

Ich weiß, fast jeder sagt " Ich kann das nicht " Es gibt tausend Gründe die gegen so eine Reise sprechen. Auch ich habe immer gesagt "später, wenn ich die Zeit habe". Ja, wenn man dann die Zeit noch hat. Und die Kraft. Wenn man dann überhaupt noch da ist. Alle, aber auch wirklich alle die ich getroffen habe und die auf Tour waren haben genau das Gleiche gesagt. Zum Glück bin ich endlich los gefahren. Immer habe ich das verschoben usw. Und viele machen das seit geraumer Zeit immer öfter. Was spricht denn auch dagegen. Darf der Mensch denn nicht wenigstens ein Teil des Jahres glücklich sein ? Wer will ihm das missgönnen ? Vielleicht die, die es nie geschafft haben den Finger aus dem A...... zu ziehen und nun ihren Unmut über ihre eigene Tatanlosigkeit damit bekämpfen, indem sie über den, der die Reise macht meinen Gericht halten zu müssen ?

Nein, ich bin nicht reich. Nach deutschen Verhältnissen gelte ich mit meinem Jahresverdienst sogar als arm. Da wären wir wieder beim Thema. Arm durch Arbeit ;-) Und trotzdem konnte ich die Reise machen. Und wer noch weniger auf der Tasche hat, braucht nur einen Rucksack mit ein paar Klamotten und einen Schlafsack, denn unterwegs trifft er auf Leute wie mich, die ihn gern ein Stück mitnehmen. Also zählt auch der Einwand des Geldes nicht. Zu Hause muss man auch Essen und Trinken. Und das kann in der Fremde sogar günstiger sein. Und ist es auch, wenn man in die entsprechenden Länder reist. Na ja, Luxusurlaub ist natürlich etwas Anderes. Aber den habe ich auch nicht gesucht.

Ich will damit sagen, jeder der schon lange von so einer oder ähnlich gearteten Reise träumt, sollte diese endlich antreten. Wartet nicht länger, auf was denn auch und lasst Euch nicht einreden das so etwas egoistisch sei.... Ihr habt nur dies eine Leben, jedenfalls kann man sich an die vorherigen nicht erinnern, sofern man diese hatte. Also genießt wenigstens ein Teil des Lebens. Wie auch immer....
Packt den Rucksack, pumt die Fahrradreifen auf, macht noch einen Ölwechsel beim Mopped, streicht das Boot noch mal, tragt das Kanu zum Fluss, hängt den Wohnwagen hinter oder bepackt das Wohnmobil.. Aber startet endlich durch....


Tja, was hat mir die Reise gegeben ? Natürlich in aller erster Linie tausende von Eindrücken. Zum Teil hatte mein Gehirn echt schwer damit zu tun alle diese Eindrücke zu verarbeiten. Ich kann die Langzeitreisenden verstehen, die öfter mal eine Pause einlegen und eine Weile an einem Ort bleiben. Man hat manchmal das Gefühl verrückt zu werden wenn man das ja nicht vorher schon halbwegs war. Ich bin öfter einmal Nachts oder Morgens wach geworden und wusste nicht wo ich bin. Das ich in meinem MB liege war mir klar aber ich musste überlegen wo ich denn stehe. Krasses Gefühl.
Ich habe herrliche Landschaften gesehen. Ob nun in Spanien oder in Portugal. Mir persönlich hat die Ursprünglichkeit Portugals noch besser Gefallen.  In Spanien ist leider ein Großteil der Küste gnadenlos vom Massentourismus ausgebeutet und dementsprechend zubetoniert. Ich kann das allerdings auch halbwegs verstehen, denn irgendwie müssen die Menschen ja ihr Geld verdienen. Die paar Olivenbäume an den Hängen machen keinem mehr "satt", wenn längst eine Großindustrie ganze Landstriche mit Olivenplantagen zugepflanzt hat. Traurig fand ich, das gerade an diesen Hängen die Bauern gezwungenerweise ihr Land an die reichen Ausländer verkaufen mussten damit diese ihre Villlen dort errichten können.Und das waren dann vielleicht Leute, die dadurch ihre Kohle verdient haben das gerade solche Leute wie der Olivenbauer mit seiner kleinen Landwirtschaft kein Geld mehr verdienen konnte. Noch besser ist natürlich jemand der über 40 Jahre in einer Regierung gearbeitet hat die diese ganze Misere "leitet". Dadurch genug verdient hat um den Bauern sein Land abzukaufen und sich eine Villa errichten zu lassen und jetzt da sitzt mit seiner entsprechend fetten Pension und sagt, es geht uns doch gut...
Spanien war natürlich von den Temperaturen angenehmer. Aber die gefragten Portugiesen sagten ja alle, das diese "kalten" Temperaturen im Februar, nicht der Norm entsprechen.
Portugal, ja.... ein Land im Aufbruch ? Oder eher im Abbruch ? Ein wunderschönes Land. Egal ob an der Küste oder im Innenland. Man findet überall das was man sucht. Die Küste der Algarve östlich von Faro mit seinen Lagunen ist für mich nicht so aufregend gewesen. Schön zum Wandern aber nichts gegen die Steilküsten im weiteren Verlauf der Küste. Die sind einfach berauschend. Ein Knaller nach dem anderen. Da kannst Du alle paar Kilometer einen super Stellplatz finden.
Und das Innenland, zum Beispiel im Alentejo, hat dieses Etwas. Keine Ahnung was es ist. Diese kleinen Gehöfte, diese Ruhe, der ländliche Charakter. Ich bin kein Bauer, aber dort kann man sich vorstellen einer zu sein. Die "Berge" im westlichen Alentejo sind nicht zu hoch, die Temperatur nicht zu kalt im Winter und im Sommer nach Aussagen der Leute, nicht zu heiß. Der Boden soll sehr gut sein ;-)
Dann die Region Beira Baixa. Nicht viel zu finden im Reiseführer, warum auch immer. Der vergessene Landstrich ? Umso interessanter. Heftige Gegend. Die Berge schon ordentlich hoch und die Straßen dementsprechend. Kleine und größere Dörfer die zum Teil am Hang "kleben". Viel Granit der so in der Gegend herum liegt. Und dann diese Flüsse. Die haben mich einfach verzaubert. Auf der einen Seite in der Kurve des Flusses diese Felsen, die er seit tausenden Jahren abgetragen hat und auf der anderen Seite diese Flusskieselbetten, dahinter ein paar Terrassen mit Olivenbäumen oder so und dann kommt der nächste Berg. Das wäre für mich ein Ort zum Aussteigen. Wenn man denn den Mut hätte und die finanzielle Sicherheit um sein Leben irgendwie zu fristen.
Wer es natürlich noch herber mag, der nimmt den Norden. ;-) Ich meine nicht die Weinanbaugebiete, die auch herrlich anzuschauen waren. Ich meine die Sierra da ganz oben mit ihrer Einsamkeit und der atemberaubenden Schönheit des "Nichts". Was für die harten Kerle und Weiber. Dicke Waden bekommt man dort auf jeden Fall. Und warscheinlich auch die entsprechenden Arme wenn man sein ganzes Holz zum Heizen selbst schneidet und hackt. In der Region wird es Nachts doch schon erheblich kälter. Und im Sommer sollen da um die 45 bis 50 Grad auch Normalität sein. Und eben Waldbrände. Also immer gut Wasser bunkern und das Rauchen aufgeben ;-)
Portugal hat also für jeden etwas zu bieten. Auch wenn ich nur ein Teil bewundern durfte. Und momentan ist es so, das für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas angeboten wird. Das "halbe" Land steht zum Verkauf. Ein super Erfolg der Eurozone ? Oder hat der Brite Recht, der sagte.."Was Hitler mit seinem Krieg nicht schaffte, schafft die Merkel jetzt mit der EU" ? Wenn alle Länder pleite gehen und der Deutsche sich überall einkaufen kann, ja dann gehört ihm bald "die ganze Welt" ? Obwohl ich es gar nicht mal schlecht finden würde, wenn man sich mit ein paar Ersparnissen ein kleines Grundstück irgendwo in Portugal kaufen würde um somit wieder ein wenig Geld in dieses schöne Land bringt. Allemal besser als das die wenige Kohle jeden Tag ordentlich an Wert verliert. Zinsen geben die Banken ja eh nicht, die verlangen sie nur wenn man sich was pumpen muss.

Ja... so macht man sich auf so einer Reise seine Gedanken. Man hat ja auch viel Zeit. Obwohl so ein Reisetag doch schon halbwegs ausgefüllt ist. Frühstück machen, halbwegs eine Route planen sofern man das nicht schon Abends getan hat. Fahrzeugcheck, fahrfertig räumen und Start. Wärend der Fahrt nach Verpflegung, sprich Supermarkt Ausschau halten, Pausen machen für den Hund und die eigene Erfrischung eventuell Mittag machen, Sehen und Staunen, Stellplatz suchen, Hund und Seele lange ausführen, manchmal chillen und Sonne genießen, Abendbrot, Abwasch, Blog schreiben, Mails schauen, Pennen. Ab und an eine Fahrzeuginnenreinigung und mindestens einmal die Woche eine Ganzkörperreinigung... also man ist schon immer irgendwie beschäftigt. Aber gerade beim Fahren hat man Zeit zum Grübeln.

Keiner weiß was kommen wird. Alle suchen und versuchen ihr ganzes Leben lang. Wer aufhört zu Rudern wird zurück getrieben ? Stillstand bedeutet Rückstand ? Da gibt es viele Sprüche. Auch ich zähle mich zu denen die ihr ganzes Leben auf der Suche sind. Sollte das nicht auch so sein ? Man will doch immer dazu lernen. Und Reisen bildet, das dürfte mindestens seit Goethe bekannt sein.


Abschließend möchte ich mich natürlich noch bei denen bedanken, die mir "den Rücken frei gehalten haben". Da ist die Familie die sich um "Haus und Hof" kümmerte und mein Kumpel Kasi der den Laden unter seiner Obhut hatte. Zum Glück ist man ja nicht allein auf der Welt. Auch wenn ich mir auf ein paar Stellplätzen so vorkam. Komischerweise waren aber gerade das für mich die Chefplätze......










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